Der Hund von Baskerville



Ausstattung: Manfred Bitterlich
Regie: Wolfgang Rumpf

mit Matti Wien als Sherlock Holmes und Arne Lehmann als Dr. Watson

sowie Katharina Lucka, Gundula Piepenbring, Karl-Heinz Barthelmeus / Gert Klotzek,Andreas Dilschneider, Peter Donath / Thomas Linke, Max Haupt und Wolfram von Stauffenberg



Unter mysteriösen Umständen starb Sir Charles Baskerville, ein mächtiger (und mächtig reicher) Adliger aus Devonshire. Offenbar hat ihn der schwarze Geisterhund geholt, der nach einer alten Legende die Familie heimsucht, nachdem ein böser Urahn einst eine holde Maid zu Tode brachte. Über das nächtliche Moor hat er den armen Sir Charles gejagt, so sagen es die Spuren, bis dessen Herz in Todesangst stockte.
Nun übernimmt sein Neffe Sir Henry, der letzte Baskerville, das Erbe. Ein Fall für Meisterdetektiv Sherlock Holmes. Allerdings binden ihn zur Zeit wichtige Geschäfte in London. So schlägt Dr. Watsons große Stunde: Der Freund des Detektivs soll Sir Henry nach Devonshire begleiten, dort über sein Leben wachen und vor allem für Holmes recherchieren. Baskerville Hall ist ein verwunschener Ort, gar nicht weit entfernt steht das berüchtigte Zuchthaus Dartmoor. Gerade ist dort der verrückte Serienmörder Seldon ausgebrochen. Watson überrascht das Dienerpaar Barrymore, das des Nachts heimliche Signale ins Moor schickt. Er schließt Bekanntschaft mit dem Naturforscher Stapleton und seiner schwermütigen Schwester. Dann entdeckt er, dass der Brief einer unbekannten Frau Sir Charles ins Moor gelockt hat … Die Kette der Entdeckungen und Verwirrungen reisst nicht mehr ab. Watson meldet alle Neuigkeiten nach London, doch wo bleibt Sherlock Holmes? Die Situation in Devonshire spitzt sich zu … Das Stück zeigt Gestalten wie aus dem klassischen Horrorroman, die ausgezeichnet nach Dartmoor passen und dessen fremdartige Bedrohlichkeit unterstreichen.


Premiere: 10. April 2008



Sir Arthur Ignatius Conan Doyle, M.D. (* 22. Mai 1859 in Edinburgh; † 7. Juli 1930 in Crowborough, Sussex) war britischer Arzt und Schriftsteller. Er veröffentlichte die Abenteuer des Sherlock Holmes und dessen Freundes Dr. Watson. Bekannt ist auch die Figur Professor Challenger aus seinem Roman Die verlorene Welt, die als Vorlage für eine mehrteilige Fernsehserie diente.
Der Name Conan war ursprünglich einer seiner Vornamen, wurde aber später von ihm als Nachname verwendet.
Doyles Vater Charles Altamont Doyle, ein irischstämmiger Beamter aus aristokratischem Hause, ließ ihn Medizin in Edinburgh studieren.


Ab 1880 unternahm Doyle als Schiffsarzt einige Reisen zur Antarktis und nach Afrika. Von 1882 bis 1890 führte er eine Arztpraxis in Southsea bei Portsmouth, verfasste in seiner Freizeit aber auch schon erste literarische Werke. 1887, mit 28 Jahren, veröffentlichte er die erste Geschichte des Detektivs Sherlock Holmes und seines Freundes Dr. Watson: A Study in Scarlet (dt. Eine Studie in Scharlachrot). 1890 ging Doyle nach London, ab dem Jahr 1891 konnte er seinen Lebensunterhalt durch die Schriftstellerei bestreiten.

Nunmehr veröffentlichte er Kurzgeschichten seiner beiden Protagonisten im Strand Magazine. 1893 hatte Doyle genug von seinem berühmten Helden, der sein ganzes literarisches Schaffen überschattete, und inszenierte den Tod des Meisterdetektivs im Kampf gegen dessen ärgsten Widersacher. Im selben Jahr wurde Doyle Meister in der Freimaurerloge "Phoenix No. 257" in Portsmouth.

Mit historischen Romanen wie Rodney Stone, Sir Nigel und The White Company hatte Doyle weniger Erfolg, er selbst hielt sie für seine besten Arbeiten. Aus dieser Zeit stammen auch mystische Romane wie The Parasite (1894) und Mystery of the Cloomber (1895).
Im Jahre 1896 ging Arthur Conan Doyle nach Südafrika, um im Burenkrieg zu kämpfen. Für seine Propagandatätigkeit erhielt er 1902 seinen Adelstitel.

Im gleichen Jahr gab er dem Druck der Öffentlichkeit nach, die weitere Sherlock-Holmes-Abenteuer forderte. Erstes Ergebnis war sein heute wohl bekanntester Roman The Hound of the Baskervilles (dt. Der Hund der Baskervilles - die frühere Übersetzung "Der Hund von Baskerville" suggerierte einen Ort Baskerville). Es entstand noch eine Reihe von Geschichten, deren Ausgangspunkt das überraschende Wiederauftauchen des totgeglaubten Holmes war - nach dem spektakulären "Tod" des berühmten Detektivs 1893 hatte man schließlich keine Leiche gefunden.

Ab 1906 setzte er sich in mehreren Zeitungsartikeln für George Edalji ein, der zu Unrecht wegen Verstümmelung mehrerer Tiere verurteilt worden war.

Während des Ersten Weltkriegs veröffentlichte Texte wurden von Doyle teilweise antideutsch ausgeschmückt. In dieser Zeit fiel auch sein Sohn Kingsley. Doyle begann sich verstärkt Zukunftsromanen in der Tradition von Jules Verne sowie dem Spiritismus und Mystizismus zu widmen und unternahm dazu auch Vortragsreisen. Unter anderem machte er die sogenannten Feen von Cottingley bekannt, gefälschte Fotos von Feen, an deren Echtheit er fest glaubte. Für Schlagzeilen sorgte seine öffentliche Kontroverse mit dem Zauberkünstler Harry Houdini. Die Freundschaft zwischen Doyle und Houdini zerbrach an zu unterschiedlichen Vorstellungen über Spiritualismus - Doyle akzeptierte nahezu jedes Medium als echt und glaubte sogar, Houdini selbst habe übernatürliche Fähigkeiten, während Houdini zeitlebens keine Séance erlebte, deren Effekte er nicht mit Zaubertricks hätte nachmachen können. 1927 erschien der letzte Sammelband mit Erzählungen vor Doyles Tod - The Casebook Of Sherlock Holmes (dt. Das Buch der Fälle).

Am 7. Juli 1930 starb Doyle in Folge einer Herzkrankheit in seinem Haus in Windlesham, Sussex. Er war zweimal verheiratet, von 1885 bis zu ihrem Tod 1906 mit Louisa (Louise) "Touie" Hawkins und von 1907 bis zu seinem Tod mit Jean Leckie. Aus seiner ersten Ehe stammten seine Kinder Kingsley und Mary, aus seiner zweiten die Söhne Denis, Adrian und Tochter Jean, genannt "Billie".