| Ortstermin Kriminaltheater |
Lesung mit Rüdiger Warnstädt (Richter a.D.) |
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Nächste Lesungen: ab September 2010 Als „Berlins originellstem Richter“ sagte man ihm Tugenden nach, die im Gericht selten anzutreffen sind. Als Richter im Ruhestand ist er landauf, landab unterwegs und liest vor einem stets begeisterten Publikum über Justitia und andere vergnügliche Zu- sowie ärgerliche Mißstände. In seinem neuen Buch berichtet er von diesen „Ortsterminen“. |
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Dies ist das dritte Buch des Amtsrichters am Kriminalgericht Moabit, der inzwischen ein Richter im Ruhestand, vor allem aber
ein Richter auf Reisen ist. Die führen ihn von Bielefeld bis Bad Doberan, von Wien bis Warschau und verführen ihn zu höchst
amüsanten Plaudereien. Da unterzieht er - in achtungsvoller Anlehnung an Tucholsky- Gegenwart und Geschichte,
Politik und Kunst, Recht und Alltag einer anregenden Betrachtung. Er stellt und (und beantwortet) solche Fragen wie
„Wann ist ein Richter subversiv“, „Wie viele Justizminister braucht die Bundesrepublik“, „Warum paßte die Operette so gut in
die DDR“ oder „Wie lange dauert die Ewigkeit“.
Warnstädts Lesungen oder Auftritte genießen seit längerem den seltenen Ruf, daß man amüsant unterhalten wird und zugleich interessante Dinge lernt. Er war Strafrichter im berühmten Berliner Kriminalgericht Moabit und wurde im Laufe der fünfundzwanzig Jahre, in denen er dort Recht sprach, weithin dafür bekannt, daß Gerichtsverhandlungen alles andere als langweilig sein müssen und daß es auch möglich ist, die Sprache eines Juristen zu verstehen, was ja keineswegs alltäglich ist. Als Warnstädt aus dem aktiven Dienst schied, entschloß er sich, der an Recht, Gesetz, Justiz interessierten Öffentlichkeit offen und ehrlich und gleichwohl unterhaltsam über sich, seine Richtertätigkeit und überhaupt über die Justiz und die Gesellschaft, zu der die Justiz gehört, zu berichten. Er veröffentlichte zunächst in seinem Buch "Recht so" 80 seiner zugleich lehrreichen und unterhaltsamen Urteile, und zwar im Original, was es sonst nicht gibt. Er schilderte sodann in "Herr Richter, was spricht er?" in einer Art Biographie die bemerkenswertesten Ereignisse seines Lebens und Wirkens. Und er berichtet schließlich in seinem dritten Buch, das "Ortstermine" heißt und das seinen jetzigen Lesungen oder Auftritten auch den Namen gibt, über die Reisen, die er mit seinen Büchern durch die Republik unternommen hat, und über die Gedanken, die ihm bei diesen Reisen und beim Nachdenken über den Zustand von Recht, Justiz, Gesellschaft gekommen sind. Aus allen diesen Büchern, die übrigens sämtlich im Verlag Das Neue Berlin der Eugenspiegelverlagsgruppe erschienen und am Veranstaltungsabend erhältlich sind, wird er Kostproben zum Besten geben, ergänzt durch neue Geschehnisse, Erlebnisse, Einsichten, die ihm tagtäglich von überall her zufliegen. |
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Sein neues Buch: ... immer wieder Wärnstädt weitere Infos www.ruedigerwarnstaedt.de/ |
| Der Autor |
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Warnstädt war fünfundzwanzig Jahre Strafrichter beim Amtsgericht Tiergarten im Berliner Kriminalgericht Moabit. In diesen
Jahren erwarb er sich den kleinen Ruhm, etwas Besonderes zu sein. Seine Hauptverhandlungen hatten viele Besucher, sie waren
nie langweilig und Warnstädt sprach in einer Sprache, die jeder verstehen konnte. Über seine Hauptverhandlungen gibt es daher
zahllose Berichte in Zeitungen und Zeitschriften, seine Verhandlungsführung ist vielfacher Betrachtung unterzogen worden.
Jens Anker bezeichnet Warnstädt in der "Berliner Morgenpost" zum ersten Mal als Kultfigur der Berliner Justiz und in derselben Zeitung schreibt Patrick Goldstein: Warnstädt spricht recht ungewöhnlich Recht, mal gibt er den Gentleman, mal den kecken Scherzbold, am liebsten vor Publikum und doch stets im Sinne seiner obersten Chefin Justitia. Renate Rauch nennt im "Magazin" der "Berliner Zeitung" seine Verhandlungen Inszenierungen von Schuld und Sühne und spielt damit auf seine Theaterleidenschaft an, die er selbst als unverzichtbaren Bestandteil seines Lebens und seiner Arbeit ansieht. Jutta Voigt widmet ihm in "Die Woche" eine ganze Seite und schreibt darin: Warnstädt wehrt sich gegen die Routine mit bühnenreifen Auftritten, er benutzt Lustigkeit als Notwehr, spricht Recht im Namen des Volkes und in dessen Sprache. In der "Zeit" nennt sie ihn einen Mimen und einen Richter, wie es ihn kein zweites Mal gibt. Als Warnstädt im Januar 2003 nach fünfunddreißig juristischen Arbeitsjahren, davon die letzten fünfundzwanzig Jahre ununterbrochen auf immer demselben Holzstuhl im immer demselben Saal 672 des Kriminalgerichts Moabit als Strafrichter wirkend, aus dem Dienst scheidet, schreibt Katja Füchsel im "Tagesspiegel": Ein ungekrönter König dankt ab und schreibt Sabine Deckwerth in der "Berliner Zeitung": Der königliche Amtsrichter geht in Pension. . Das Echo, das Warnstädts Arbeit gefunden hat, bestärkt ihn in der Entscheidung, mit seiner Pensionierung nicht in der Versenkung zu verschwinden, sondern weiterhin in der Öffentlichkeit zu bleiben. Seither berichtet er in Büchern, Lesungen, Vorträgen, Interviews von seiner Art, Recht und Gerechtigkeit zu betrachten und zu verstehen. Nach seiner Urteilssammlung "Recht so" (2003) und seinem Erinnerungsbuch "Herr Richter, was spricht er?" (2004), beide erschienen im Verlag Das Neue Berlin, ist zur Leipziger Buchmesse 2007 im selben Verlag "Ortstermine" herausgekommen, sein drittes Buch, in dem er Land und Leute, Gegenwart und Geschichte, Kunst und Kultur einer interessanten Betrachtung unterzieht, die auch dann amüsant bleibt, wenn man merkt, wie sehr ihm gewisse Mißstände, etwa der aufgedonnerte Föderalismus oder die dümmliche Bürokratie, zu schaffen machen. |